BMI Angstpapier, Rücksetzer aus Davos und das Fest

Das Panikverbreitungspamphlet, offiziell „Szenarienpapier“, auf das ich am 11.10.2020 in meinem Artikel „Parlamentarischer Omnibus in die biopolitische Fürsorgedemokratur“ hingewiesen hatte (neben anderen Autoren aus dem „regierungskritischen Spektrum“ , zB. kenfm, achgut, rubikon.news und reitschuster.de), stand ohne Kennzeichnung der Verfasser, der Quellen, ohne Datumskennung bis November/Dezember 2020 zum Download für Politik und Medien unter dieser URL : (https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/corona/szenarienpapier-covid-19.html) auf dem Server des Innenministeriums. Mittlerweile (seit Januar 2021) ist er dort nicht mehr verfügbar, ich habe es hier auf meinem Server gespeichert: BMI Corona Strategiepapier. Wie das Papier zustande kam und wie Wissenschaftler von Staatssekretär Markus Kerber im Auftrag des BMI ermuntert wurden, auf die Schnelle Gefälligkeitsgutachten für möglichst repressive Maßnahmen zu apportieren, beschreibt Reitschuster in seinem Artikel „Corona: Innenministerium gibt Schein-Expertisen in Auftrag„.

In diesem eigenartigen Schriftstück werden bei Untätigkeit 1,2 Millionen Covid Tote aufgerufen. Wer dieses Papier liest, zum Beispiel die beiden letzten Seiten (16-17) und es mit den neofeudalen Visionen unserer globalen Führer der Davos Agenda 2021 auf der Website des World Economic Forum vergleicht, findet ein durchgängiges, methodisches Muster. Ein in der Weltgeschichte bemerkenswerter Vorgang: hier hat Herr Schwab aus Ravensburg, der ein wirklich lustiges denglisch spricht, und eine globale Herrschergruppe ein privates, demokratisch nicht legitimiertes Forum geschaffen, das eine rigorose Weltführung nicht nur in berauschender Selbsterhöhung beansprucht, sondern auch brutal und rücksichtslos in die Tat umsetzt. Viele Problemfelder, die von der Davos Agenda angesprochen werden, sind per se bedenkens- und verbesserungswert (Nachhaltigkeit, gerechte Verteilung der Ressourcen, Naturschutz, Gleichberechtigung) aber die Zielrichtung der Lösungsvorgaben ist immer eine an Großkonzerne gebundene, hypertechnokratische, digitale mit transhumanen Elementen bei kompletter Hierarchisierung und Globalisierung der Handlungsakte, getrieben und fundiert von Angst und Panik. Das soziale und kulturelle Leben, hunderte Jahre Aufklärung, eine Zivilsation offener und widersprüchlicher Diskurse, die Freiheit der Wissenschaft, die demokratischen Grund- und Freiheitsrechte, der Jux der Feste, Reisen und Zirkusspiele, auch die Freuden des ungeplanten Wachsens und Werdens, die feine Ironie der politischen Simulation und des großen „Egal“: dies und viel mehr wird im Zuge des digital-barbarischen Großangriffs der politischen Führer „rückgesetzt“. Die üblichen Verdächtigen haben sich zu einem supranationalen Machtkreis (siehe hier unter „Speakers“) verbunden, in einer Organisationsform des „Great reset“, die außerhalb jeder demokratischen Legitimierung agiert. Ganz offen.

Reset: Sie suggerieren "wieder hochfahren", meinen aber zurücksetzen. Wenn sie schon nichts hinbekommen, das werden sie schaffen.

Flankiert werden die Mächtigsten der Mächtigen von den jungen, globalen Führern, Young Global Leaders, die als sogenannte „Stakeholders“, also Anspruchsinhaber, in Medien und Konzernen über eine sektenartige Organisationstruktur die 4. industrielle Revolution und die totale Digitalisierung pushen sollen. Eine schräge, clowneske Mischung aus „Klimaschutz“ (das ist der Hybris behaftete, nicht mehr verifizierbare Natur- oder Umweltschutz), garniert mit ein bisschen Gender und Lifes matter, gut gewürzt mit satten Profiten im digital-, militärisch-, pharmazeutischen Konzernsektor, auf gut gegründetem, rich-kids- YGL- Feudalismus, das Ganze orchestriert von einer sinister-krakigen Silikon Valley Oligarchie.

Kurz: Camouflage Turbokapitalismus gekreuzt mit grün lackiertem, gouvernantenhaft-zickigem, obrigkeitsstaatlichem Volkserziehungssozialismus. Das Schlechteste aus vielen Welten, serviert von geschmacklosen PolitkellnerInnen.

Der Kern dieser Politik: Mobilisierung und Gleichschaltung des verachteten Volks durch Angstkampagnen. 

Angst vor Seuchen, Angst vor Viren und Mikroben, Angst vor dem Klima, Angst vor nicht geimpften Menschen, Angst vor dem Infektionsverdächtigen, bald garantiert auch Angst vor Tieren und Pflanzen als potentielle Agenten von Zoonosen. Angst vor allem und jedem. Angst vor Spaß, Lebenslust und Risiko. Angst vor Lebensbejahung. Nietzsche kichert in seinem Grab.

Inwieweit die einzelnen Politiker der Davos Agenda 2021 folgen, ist von außen schwer einzusehen. Putin und Xi Jinping scheinen dem sektenartigen Nachbeten des Great reset eher distanziert entgegen zu stehen, sie lassen sich jedenfalls die Karten nicht aus der Hand nehmen, aber die Untertänigsten im Kreis, von der Leyen, Merkel, Macron dienern vorne weg und setzen streberhaft die WEF Maximen um. Oben buckeln, unten treten. Die Davoser Agenda des Herrn Schwab und seiner Zuträger erinnert partiell an die sogenannte „Parallelaktion“ im „Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil. Es ist, als wäre ein Großteil der mächtigsten PolitikerInnen der Welt in elevenhafter Trance und Unterwerfung einem Sektenguru in die Hände gefallen.

Wenn sich die Bevölkerungen weltweit diesem Generalputsch eines technokratischen Funktionärsfaschismus nicht entgegenstellen, wird eine Epoche beginnen, gegen die die finstersten Science Fiction Filme noch romantisch erscheinen. Wenn Politiker vom Status einer von der Leyen, einer Merkel, eines Macron nicht mehr reden, sondern handeln wollen, schrillen bei jedem Demokraten die Alarmglocken. Die Bevölkerung muss diesen übergriffigen Zumutungen in Menschengestalt zeigen, wer der Souverän ist.

Die Rücksetzer und Niederschließer aus Davos verwechseln das Leben und die Politik mit Computersimulationen.

Technokratische Funktionärsbarbaren kennen nicht den einzig wahren, mäandernden Kern des Sozialen: das Fest.

[Bildquelle: Children’s Games. Pieter Bruegel the Elder. 1560. Oil on panel. 118 cm × 161 cm (46 in × 63 in). Kunsthistorisches Museum, Vienna]