Freiburg

Speakers Corner, Hyde Park,

Notizen eines Kronenschleim(1)- Spaziergängers

[Theoriefrei. Es ist ihm hier eher eine Glosse unterlaufen.]

Er wohnt in Freiburg, einem kleinen Städtchen im Südwesten der Republik.

Am Samtag, den 25.04.2020 spazierte er gegen 15h30 mit Freundin und Freundinnen, wie von der coronarischen Übergangsregieabteilung vorgeschrieben, die 1,50 m Sozialruinendistanz mißachtend durch die Innenstadt. Als Gewohnheitstier ging er davon aus, an diesem Samstag um diese Uhrzeit wieder Freundinnen und Freunde der Verfassung am Platz der alten Synagoge anzutreffen, wie schon die Woche zuvor. Doch oh Überraschung. Offensichtlich hatte die Freiburger Stadtverwaltung dortselbst eine eigenartige Demo genehmigt. In Planquadraten, höchst diszipliniert auf dem Platz eingezeichnet, standen eigenartige, vollstvermummte GestaltInnen. Sie schienen ganz in ihrem Element. Am Mikrophon sprach dann auch eine und einer von Verschwörung, Klima, ArbeiterInnen, von Fa und Anti. Die Vollstvermummten skandierten „Hoch die internationale Solidarität“, dagegen kann ja tatsächlich niemand etwas haben. Einige der vollstvermummten Damen und Herren wurden dann auch ein bisschen unfreundlich und drohten Gewalt an gegen unvermummte Verfassungsfreundinnen und -freunde. Es wurde sehr unmissverständlich mitgeteilt, die weniger Vermummten sollten doch bitte verschwinden, aber dallidalli.

Einige weniger bemaulkorbte Leute, eher älteren Semesters, also quasi die klassischen Risikogruppen, um die der ganze Bohei ja gehen soll (nach Regierungspropagande), verteilten etwas eingeschüchtert am Rande des Vollverpuppungsgeschehens die Zeitschrift «Demokratischer Widerstand» von nicht-ohne-uns.

So vom Platz der alten Synagoge vertrieben oder versprengt, spazierten diverse Kleingruppen vor das Alte Rathaus, einige hundert Meter entfernt. Dort hatte sich eine Mahnwache platziert, ob angemeldet oder nicht, war den meisten SpaziergängerInnen wohl nicht klar.

Ok, in einem solchen Fall vertrauten sie eben mal spontan Artikel 8 (1) des Grundgesetzes, da dem Spaziergänger einschränkende Gesetze und Auflagen aus dem Part 8 (2) nicht zu Ohren gekommen waren.

Nun hielten vor dem alten Rathaus sehr spontan diverse Leute Stegreifreden. In der Menschenmenge sah man eine Deutschlandfahne, für eine halbe Minute riefen 10-15 Leute «Wir sind das Volk». Hmm, irgendwie eine für Wessies perplexe Fragezeichenstille: dann wesentlich lauter, fast von allen mitskaaaandiert: «Wiiiiideeeeeerstaaaaaand».

Quintessenz der Spontanreden und gemeinsamer Nenner: die Notstandsgesetze , Ausgangssperren und Maulkorbregelungen stünden in keinem Verhältnis zum epidemischen Sars-2-Geschehen. Die Regierung solle die Notstandsgesetze stante pede aufheben. Die Risikogruppen sollten wirkungsvoll geschützt werden, aber nur unter Berücksichting des Selbstbestimmungsrechts der Patienten, nicht als staatliche Zwangsmaßnahme. Der Souverän sei die Bevölkerung und nicht eine Regierung, die zentrale Grundrechte auf unbestimmt aberkennt, bzw. sie mit Bußgeld belegt.

Nach circa 45 Minuten tauchten wieder GestaltInnen (??) auf und breiteten ein Transparent aus gegen Antisemiten. Nun hatte kein Mensch während der spontanen Freiburger «Speakers‘ Corner» Aktion auch nur ein Wort zu Semiten oder Antisemiten, Israelis oder Palästinensern geäußert. Zeitgleich stürzte ein ebenfalls dunkel gekleideter Herr auf die Mahnwachenplakatleute zu und schrie irgendetwas mit «National…». Fast auf die Sekunde genau rauschten aus allen 4 (-5) Zugangswegen Polizeiwagen heran.

Das war dann der Moment, als er mit Freundin und Freundinnen den Rathausplatz verließ.

Er befürchtet, dass andere Spaziergänge aus dem Spektrum «Demokratischer Widerstand» einen ähnlichen Verlauf nehmen könnten:

Ein paar okkult gekleidete Damen und Herren platzieren sich mit fetten off-topic- Plakaten neben der Menge, ein agent provocateur brüllt irgendetwas mit «National…» und am nächsten Tag berichtet die Mainstreampresse von einer «rechten» Demo, die Thema-verfehlenden Plakate gut ins Bild gerückt. Und es kommt ein Artikel mit dem üblichen Framing Schwachsinn: «Verschwörungstheoretiker», «rechts», «Querfront» und anderem Quatsch, den die Mainstreammedien immer und immer und immer und immer und immer wieder wiederholen, bis auch der letzte verbliebene Abonnent oder Zwangszahler es in die scheinbar selbst-eigene Semantik eingraviert hat.
[Einschub….]
Hier nochmal die Rede von Prof. Mausfeld nicht nur zur Framing- und Angstpolitik- Problematik.

Es gibt gleich Spargel bei Weißwein, fast allein, allein, allein, also illegal, alles ziemlich surreal derzeit- oh heiliger Elfenbeinturm.

Wir bräuchten in Freiburg und überhaupt in D nicht nur unsere Grundrechte wieder zurück sondern auch Speakers‘ Corner Lokalitäten.

(1) für Nicht- Lateiner: corona => Krone, Virus => Gift, Schleim

Quelle: Bildmaterial: Speakers‘ Corner, Hyde Park, 1947
Commons.wikimedia

plane clips bridge

Schwäbische Seelen reloaded – Technomärchen

20 seelengroße, schwäbische Riesenzecken mit giftgrünem Konsumentenlügbuch sitzen vollgesaugt und schief in einer badischen Talkshowrunde, schlürfen schwarzrotgoldenen Likör und flüstern durcheinander: „ih fliiig do noh“-„ih fliiig do noh“-„ih fliiig do noh“-„ih donoh“…
Die Riesenzeckenrunde evaluiert rund 200.000 – 300.000 Flüge pro Tag. (https://www.quora.com/How-many-airplanes-take-off-each-hour-on-average-in-the-world)
Plötzlich brummt eine albatrosgroße Explotipto Maschine durchs Studio und aus dem Flugzeugrumpf purzeln an fahnenbunten Fallschirmen däumlingsgroß die aus der TV Verwüstung bekannten Spitzenpolitiker,Superschleimmoderatoren, Qualitätsjournalisten, Expertenprofessoren und Hochleistungssportler bleiben in der Luft hängen und schweben lächerlich über den Riesenzecken. Sie schreien den Zecken zu, daß die Explotipto Maschinen die einzig klimaunschädlichen sind, und sie, die Zecken völlig ungeeignet seien für das Leben im Set, auch zu groß und schwer für die neuen Explotiptos und komplett unverantwortlich im hemmungslosen, klimaschädlichen Gebrauch der alten Propeller- und Turbinenmaschinen .

schwäbische Seele
Schwäbisches Seelen Paar auf Grau

Die Zecken schlürfen weiter schwarzrotgoldenen Likör, gucken hilflos in die Runde, manche rutschen von den Sesseln, einige schrumpfen ein klein wenig, verwandeln sich in schwäbische Seelen (!) und plumpsen salzverkrustet auf den Studioboden während eine Gruppe heruntergedimmter Pedologen1 völlig unbeeindruckt von dem Getümmel einen Kubikzentimeter Humuserde analysiert.

Die däumlingsgroßen Spitzenpolitiker,Superschleimmoderatoren, Qualitätsjournalisten, Expertenprofessoren und Hochleistungssportler schweben immer noch unter den heißen Studiolampen, die ihre Fallschirmchen zu versengen drohen. Sie rufen in hannoveranischem Spitzenhochdeutsch den Kameraleuten zu, sie sollten die Studiolampen heller drehen für die Quoten, in diesem Moment zerschellt die albatrossgroße Explotipto an einem puppenstubigen 3D-Situationroom, der einen 3D -Live- Drohnen- Terrorangriff zeigt. Währenddessen versengen die Fallschirmchen zirpend an den Studioleuchten.. spling spling spling.. die Däumlinge stürzen fadengleich im Spitzlicht der aufzuckenden Quote, einige zerschellen auf dem Studioboden, einige, die das Glück haben auf einer schwäbischen Seele zu landen, liegen dort geborgen im weichen, salzigen Teig, strampeln und wundern sich nur kurz, bevor sie ihre Dauerdiskurse wieder aufnehmen.

Fotos, Bertold

Bertold

Bertold, Place Vendôme, Paris

Blackforest aborigine.

Bertold
Bertold, Blackforest

 

Bertold Rue Rivoli

Wieviele Monarchien, wieviele Revolutionen, wieviele Augenblicke des Leids, der Liebe, des Verschwindens.
Der Sand im Garten des Louvre, wieviele Tote liegen da unten?
Touristenschwärme und der Geruch des Geldes.

Bertold, Rue Rivoli
Bertold, Rue Rivoli

Bertold in Dublin

Dublin, Irland, labyrinthische Orte.  Gespräche und ansatzlose Erzählungen.

Bertold, Dublin
Bertold in Dublin