Fürsorgediktatur

Roman_de_la_Rose

Die Fürsorgediktatur ist machbar. „Wir“ schaffen das.

Das folgende am Schreibtisch (vor den Monitoren) notiert. 
Der Schreibtisch, [desktop]: ein Ort besonderer Varianz.
Locus privatissimus et publicissimus.

Die Diskrepanz zwischen den weltweiten Corona-Covid19 Notstandsmaßnahmen und dem tatsächlichen Anlass (die Umtriebigkeit dieser flottierenden RNA Sequenz) bei einer Mortalität von 1,4% (0.9–2.1%) in Wuhan (siehe Artikel der Zeitschrift Nature) ist frappierend. Da die Toten fast ausschließlich nicht obduziert wurden und die Dunkelziffer der symptomlos Infizierten unbekannt ist, ist das gesamte Zahlenwerk ohnehin fragwürdig und nicht valide. Die tatsächliche Infiziertenzahl der Symptomlosen ist der Elefant im Raum. Die ermittelte Fallzahl, mit der die fragwürdigen Statistiken weltweit arbeiten, liegt weit darunter und produziert so wesentlich höhere Letalitäten. Im Zuge der Ausnahmezustandsregelungen werden vom politischen Establishment und regierungsnahen Medien Grundrechtseinschränkungen umgesetzt, bzw. hofiert und gefordert, die noch vor einigen Wochen vielleicht schon denkbar, aber kaum zu erwarten gewesen wären:

  • Schließung der Grenzen
  • Stilllegung und Vernichtung ganzer Produktions- und Dienstleistungssektoren
  • Schliessung von Kindergärten, Schulen, Universitäten, Ladengeschäften, Gaststätten, Kneipen, Hotels, Kinos etc.
  • Abstandsregeln
  • Ausgangssperren
  • Partielle Einschränkungen des Bargeldverkehrs
  • Verbot von privaten Zusammenkünften im öffentlichen und im privaten Raum
  • Komplettes Demonstrationsverbot und vollständige Kappung der Versammlungsfreiheit (dies wurde nach Verfassungsbeschwerden von Landes- Verfassungsgerichten als unrechtmäßig erklärt).

..und, um dem Ganzen die Corona aufzusetzen:
Die geforderte Vermeidung von sozialen Kontakten und die 1,50 Meter- Abstandsregel (social distancing). Wer mal den Test gemacht hat: bei 1,50 Meter Distanz (Körpermitte zu Körpermitte) ist eine Berührung nicht mehr möglich, mithin erleben wir das clowneske B-movie Programm des dystopischen Politpersonals: die berührungsloses Gesellschaft.

Beängstigend ist die mehrheitliche Akzeptanz dieser fast vollständigen Kappung der vom Grundgesetz geschützten (Bewegungs-) Freiheit (Artikel 2 GG). Innerhalb einer Woche erleben weltweit Bevölkerungen den Verlust grundlegender Menschenrechte. „Meinungscorrective“, „Faktenchecker“, „Verschwörungstheoriejäger“ und vorneweg die ÖR- Medien in Phalanx mit den ehemals „Leitmedien“ genannten Publikationen überbieten sich bei der Diffamierung kritischer Stimmen. Experten für alles mögliche diskutieren „Maßnahmen“pakete.

Ein Artikel über den rechtlichen Hintergrund der derzeitigen „Maßnahmen“ auf Legal tribune Online.

Ist das der Beginn einer Fürsorgediktatur? Die vergangenen Wochen haben gezeigt: Es geht schnell und einfach und die Massen spuren.

Und wann wird das nächste Virus entdeckt, für weitere Folgemaßnahmen?

Bildquelle: commons.wikimedia

Corona, die Politik der Angst

23.03.2020

Ein Virus, in diesem Falle das 160 Nanometer große Sars-Cov-2, ist ein bisschen – wenn auch nur ein bisschen – mehr als ein Nukleinsäurenmolekül. Die Letalität der von Sars-Cov-2 ausgelösten Krankheit Covid19, lag im Distrikt Wuhan nach der ersten wissenschaftlichen Auswertung der Zeitschrift Nature bei 1,4% (0.9–2.1%) der nachgewiesen Infizierten mit Symptomen. Da von einer hohen Dunkelziffer symptomlos Infizierter auszugehen ist, liegt die reale Letalität des Virus noch deutlich niedriger. Die Schätzungen zur Dunkelziffer an Infizierten sind weit gestreut, möglich ist Faktor 10, 15 oder mehr.

[…] we estimate that the overall symptomatic case fatality risk (the probability of dying after developing symptoms) of COVID-19 in Wuhan was 1.4% (0.9–2.1%), which is substantially lower than both the corresponding crude or naïve confirmed case fatality risk (2,169/48,557 = 4.5%) and the approximator1 of deaths/deaths + recoveries (2,169/2,169 + 17,572 = 11%) as of 29 February 2020. Compared to those aged 30–59 years, those aged below 30 and above 59 years were 0.6 (0.3–1.1) and 5.1 (4.2–6.1) times more likely to die after developing symptoms. […]

(Zeitschrift Nature, März 2020)

Die Bundesdrucksache 17 /12051,
Simulation einer Katastrophe

(Die Bundesdrucksache 17/12051 zum Download.)

Im Jahre 2012 wurde der Krisenfall eines Sars Virus in einer Risikoanalyse der Bundesdrucksache 17 /12051 ab Seite 55 mit einem hypothetischen Erreger „Modi-SARS“ modelliert, der in Südostasien auftritt (Seite 60). In diesem Szenario wird davon ausgegangen, dass die Letatität bei 10% der Erkrankten liege, bei über 50-jährigen 50% (Seite 58). Bis zum Tag 300 der Pandemie geht die Studie von 6 Millionen symptomatisch Erkrankter und 4 Millionen Krankenhauspflichtigen aus.

Ab Seite 68 werden die behördlichen Massnahmen empfohlen, die ungefähr dem entsprechen, was wir derzeit, Stand 23.03.2020, durch die Aufhebung bürgerlicher Grundrechte erleben.

Es gibt nur ein kleines Problem an dieser Sache:

Die Gefährlichkeit des Erregers entspricht nicht annähernd dem Horror- Szenario der Modellrechnung in der Bundesdrucksache, was die Letalität des Virus angeht.  

Bei den Regierenden ist eine martialische Rhetorik festzustellen. Frankreichs Präsident Macron, spricht von einem „Krieg“, der gegen das Virus zu führen sei. Nein, Monsieur Macron, wir sind nicht im Krieg. Wahrscheinlich sind wir eher in einer der größten Katastrophen(schutz)übungen der Weltgeschichte. Kanzlerin Merkel spricht von der „größten Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg“.

Es scheint, als gingen die Regierungen in den verschiedenen Ländern angstgetrieben von Modellszenarien  aus,  ähnlich der Bundesdrucksache 17/12501,  die den Realitäten nicht im mindesten entsprechen.

Unter den europäischen Staaten geht nur Schweden einen anderen Weg. Dort bleiben Schulen und öffentliche Einrichtungen offen. Nur Großversammlungen werden auf maximal 50 Personen gekappt. In einigen Monaten wird man die Letalität des Virus in Schweden mit anderen europäischen Staaten vergleichen und zu wertvollen Erkenntnissen kommen.

Stand 27.3.2020: Circa 24.000 Corona19 infizierte Tote weltweit. Die fast jährlich auftretende Exzess Mortalität, die der Influenza zugeschrieben wird liegt bei circa 25.000 nur in Deutschland (zum Beispiel 2027/18).

Die regierungsnahen Medien, nicht nur in Deutschland, führen eine beispiellose Angstkampagne, um die Notstandsmassnahmen der jeweiligen Regierung zu rechtfertigen. Filmberichte mit Personal in biologischer Vollschutzkleidung, Militär LKW, die Verstorbene abtransportieren, suggerieren eine Gefahr, die so nicht vorliegt.

Es gibt massiv überlastete Krankenhäuser in Norditalien, Madrid und im Elsaß. Die Mortalität dort ist bislang vergleichbar mit den Mortalitätsraten von periodisch auftretenden starken Influenza-A Epidemien in den entsprechenden Ländern. Das liegt aber weniger an der Gefährlichkeit des Erregers, sondern hauptsächlich an fehlenden Beatmungsgeräten und Intensivbetten und einem dramatisch heruntergesparten Gesundheitssystem in Italien und Spanien.

Die Influenza Epidemien werden nicht Einzelfall-diagnostiziert, sondern es wird eine sogenannte Exzess Mortalität festgestellt, die über der normalen Mortalitätsrate liegt, und diese dem Influenza Erreger zugeordnet. Sehr genau ist das nicht. Bei Covid 19 wird im Gegensatz zu den Influenza Toten Einzelfall bezogen gemessen.  Andere Krankheiten der Betroffenen werden in der Statistik fast durchgehend nicht berücksichtigt.

Der Patient kann an Diabetes, Krebs, Alzheimer leiden, Kettenraucher sein mit amputiertem Bein. Wenn er am Ende mit Covid 19 infiziert wurde und an einer Pneumonie stirbt, ist er in der Statistik ein Covid- 19 Toter.

Es gibt noch keine Statistik, die den immensen Schaden dieser „Maßnahmen“ mit den Covid-19 Toten gegenrechnet. Sie wäre schwerlich zu erstellen, da die Auswirkungen schier unüberschaubar sind.

Die Verstorbenen litten in der Regal an diversen anderen (Vor-)Erkrankungen und die Virusinfektion kam hinzu. Rein monokausal war sie nur in extrem seltenen Fällen. Diese Fälle werden nicht numerisch erfasst.

Anlässlich der Geschehnisse stellt sich die Frage:

Sind wir global auf dem Weg in Fürsorgediktaturen? Wird die Notstandsdemokratie ad infinitum prolongiert? Und wann wird das nächste Virus entdeckt, dass die Bürgerrechte wieder aussetzt? Wenn diese Pandora Büchse geöffnet ist, stehen die Verfassungsgrundrechte nur noch unter Vorbehalt des Infektionsschutzgesetzes, §28-32.

Modellrechnungen und Hypothesen von Experten treffen auf den homo politicus

Die Bundesdrucksache 17 /12051 stellt eine Modellrechnung dar. Darin versammelt sind Hypothesen von Experten. Diese sind eingebettet in ein Feld von theoretischen Möglichkeiten und mehr oder minder arbiträr.

Selbst wenn wir von dem sehr frommen Kinderwunsch ausgehen, dass alle Beteiligten guten Willens und ohne Eigeninterese agieren, sind die „Player“ (Politiker, Staatssekretäre, Experten) systemisch überlastet und angstgetrieben. Sie müssen zumindest den Anschein erwecken, als wären sie handlungsmächtig: das Komplexitätsproblem und das daraus resultierende Phänomen der „Black boxes“.

Die Bundesdrucksache 17 /12051 wird nicht die einzige Experten-Erhebung zur Entscheidungshilfe bei Krisenszenarien (hier zum Hochwasserschutz und zur Pandemiebekämpfung) gewesen sein. Expertenpapiere haben Modellcharakter, sie extrapolieren in die Zukunft. Die gewählten Ausgangsvariablen sind nicht selten (wie in der erwähnten Drucksache) sehr ambitioniert.

Wenn die politische Klasse die wissenschaftlich wahrscheinliche Fiktion von Experten zur Entscheidungsgrundlage nimmt, kommt es leicht zu grotesken Unverhältnismäßigkeiten, wie im März 2020 bei den angstgetriebenen Entscheidungen während der Ausbreitung des Sars 2 Virus.

Cui bono

..darauf wird noch einzugehen sein.

Wobei aus dem Nutzen einer Sache selten auf die Handlungsmacht der Nutzniesenden geschlossen werden kann. Mit anderen Worten: zur „Verschwörung“ (um diesen toxischen Begriff aufzurufen) fehlt der Überblick und das Personal. Fast immer.