Holbein the younger , Ambassadors , bertold.de
Hans Holbein der Jüngere, ca. 1532, The Ambassadors

Diplom­­diplomaten­­diplomatie

[REAL.SATIRE] Wir erlebten am 01.03.2022 in Genf eine Abdankung der Diplomatie. Hochbezahlte Ambassadore sollten dafür da sein, im Krisenfall mit jedem Kontrahenten zu reden und Optionen für friedliche, ausgleichende, allseitige Lösungen auszuloten. Sie sollten fähig sein, verschiedene Perspektiven wahrzunehmen. Das Minimum wäre, die Gegenseite zu hören. Und was tun sie im Krisenfall, wenn sie wirklich einmal gebraucht werden? Wegrennen, Maulkorben, Gesinnungsduseln, Fahne zeigen im Korridor. Wir sahen gesinnungsmaskierte Günstlinge einer unfähigen Politpseudoelite, um auch die zu nennen, die auf der Hierarchie-Hühnerleiter ein Sprösschen weiter oben dilettieren.

Die Wiederkehr des ewig Seichten, grotesk, als wäre der anamorphe Totenschädel im Ambassadorengemälde Holbeins des Jüngeren in Form eines lächerlichen Hygiene Maulkorbs ins Getwittere und Getube der Jetztzeit geschmiert worden.

Die Masken mumifizieren nicht nur die Mimik sondern unterminieren auch mentale Mindeststandards. Die Vermummten leiden an erhöhtem CO2 Gehalt im Blut und reduziertem Sauerstoffpartialdruck, sie können hinter dem Gesinnungsfilter keine nonverbale Kommunikation mehr lesen und vermummeln jede differenzierte Rede. Die Folge: verminderte kognitive Leistungsfähigkeit, Verstärkung empathischer Defizite.

Wir haben hier ein ähnliches Personal an Bord, wie es Christopher Clark in „The Sleepwalkers: How Europe Went to War in 1914“ beschrieben hat.

Diplomaten aus europäischen Ländern verließen den Saal des UN-Menschenrechtsrates bei Lawrows Rede, bevor sie im Gang zum Plenarsaal Solidaritätsbekundungen hinter einer ukrainischen Fahne zum Besten gaben. (01.03.2022, Genf)

Quelle: Youtube clip Guardian.

Bildquelle:
commons.wikimedia.org: Holbein the younger  (1497/1498–1543)    , The ambassadors, Jean de Dinteville and Georges de Selve.
Holbein painted this work in the early part of his second stay in England, which began in 1532. At this time he was prolific, painting Hanseatic merchants, courtiers, landowners, and visitors. The Ambassadors is his most famous and perhaps greatest painting of this period. The life-sized panel portrays Jean de Dinteville, an ambassador of Francis I of France in 1533, and Georges de Selve, Bishop of Lavaur, who visited London the same year.
Weitere Schichten und Geschichten zum Holbein Gemälde, zum Beispiel über den Totenschädel in anamorpher Perspektive :
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Ambassadors_(Holbein)